Die Vogelherd-Figuren

Wildpferd vom Vogelherd

Die Elfenbeinskulpturen des Vogelherds gehören zu den berühmtesten Werken jungpaläolithischer Kleinkunst. Nach der Entdeckung von elf Figuren während der Ausgrabung von 1931 galten diese lange Zeit als die ältesten Kunstwerke der Welt. Darunter war das ca. 32.000 Jahre alte Wildpferd (Vogelherd-Pferdchen), das entlang der Längsachse gebrochen ist und daher heute nur noch als Halbrelief vorliegt. Das Objekt ist 4,8 cm lang und stellt einen Hengst in typischer Imponierhaltung dar.

Das Mammut, das gefunden wurde, ist durch die Einlagerung im Sediment sekundär farbverändert. Daher reicht das Farbspektrum von verwittertem Elfenbeinweiß bis zu Schwarzblau. Die Skulptur wurde an einigen Stellen mit Markierungen versehen, wobei es sich um eingeritzte Kreuzreihen am Schädel, den Schultern, der Schwanzwurzel, den Lenden und der Bauchdecke handelt. Der Rüssel ist nicht mehr vorhanden.

Datei:Kunst in der Steinzeit.webm

Weitere Figuren stellen ein Ren, ein Bison, einen Höhlenbär sowie mehrere Großkatzen (Panther oder Höhlenlöwe) dar. Im Jahre 2006 begann ein Projekt der Universität Tübingen (unter Leitung von Nicholas Conard), den Grabungsaushub von 1931 am Fundplatz abzutragen und systematisch durchzuschlämmen. Dabei wurden u. a. weitere Aurignacien-Kleinplastiken aus Mammutelfenbein gefunden, deren Alter aufgrund des bekannten Schichtzusammenhangs etwa 32.000 BP anzusetzen ist. Davon gilt eine 3,7 Zentimeter große und 7,5 Gramm wiegende Mammutfigur als das älteste vollständig erhaltene Kleinkunstwerk der Menschheit. Im Gegensatz zu den meisten der Figuren trägt sie verhältnismäßig wenige Verzierungen, nur die Sohlen sind mit einem feinen Kreuzmuster markiert und am Kopf gibt es sechs Einschnitte.[15]

Heute teilen die Vogelherd-Figuren ihren Ruf als älteste figürliche Kunstwerke gemeinsam mit weiteren, etwa gleich alten Kleinplastiken aus dem Hohlenstein-Stadel, dem Geißenklösterle sowie dem Hohlen Fels im Achtal.

(aus WIKIPEDIA)